Hauptort im Südtiroler Unterland

Neumarkt ist der Hauptort des Verwaltungsbezirkes Überetsch Unterland und zählt rund 5.100 Einwohner (Stand Jänner 2018). Das Gemeindegebiet von Neumarkt erstreckt sich auf der linken Seite der Etsch, auf einer Meereshöhe von 210 m bis auf 1.720 m., 25 km von Bozen und 34 km von Trient entfernt.

Das Gemeindegebiet umfasst den Hauptort Neumarkt sowie die Fraktionen Vill, Mazon, und Laag mit dem Weiler St. Florian.

Seit 1968 besteht mit der bundesdeutschen Stadt Rheinfelden eine Städtepartnerschaft.

Im Jahr 2014 wird Neumarkt Mitglied der Vereinigung „Borghi piú belli d’Italia“ (Italiens schönste Orte).

Neumarkts Geschichte

Bereits auf der bekannten Straßenkarte „Itinerarium Antonini“ aus dem 3. Jahrhundert nach Christi Geburt ist auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Neumarkt eine Siedlung dokumentiert. Das antike Dokument weist nämlich eine Militär- und Poststation mit Namen „Endidae Mansio“ auf, gelegen an der Via Claudia Augusta, 23 Meilen nördlich von Tridentum, dem heutigen Trient.
Das Dorf scheint im Jahre 1018 als Enna und 1170 als Egna auf und wurde im Jahre 1189 von einem Großbrand verwüstet. Fürstbischof Konrad von Beseno erkannte die günstige geographische Lage und setzte sich dafür ein, dass das Zentrum gleich wieder aufgebaut wurde: die Gründungsurkunde der Gemeinde Neumarkt ist genau mit 13. Oktober 1189 datiert. Der Name „Burgum novum Egne“, woraus sich im 14. Jahrhundert der Ortsname “Newenmarcht” und in der Folge der gegenwärtige Neumarkt bildete, findet
sich in den offiziellen Dokumenten nach dem Wiederaufbau.
Zuerst entstand und entwickelte sich der Ort in der Nähe des Flusslaufes der Etsch (heute Andreas-Hofer-Straße), ab 1222 aber erlaubte der Fürstbischof aufgrund immer wiederkehrender Überschwemmungen die Errichtung von Gebäuden weiter bergseitig (heute Laubengasse). Während des Mittelalters förderte die
wachsende Bedeutung als Zentrum des Durchzuges von Warenverkehr zu Land und auf dem Fluss die urbanistische und wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.

Was der Gemeinde zu großer Blüte verhalf, war vor allem die Vergabe des Halte- und Niederlegsrechtes der Waren durch den regierenden Herzog Otto. Diese Verfügung sah nämlich vor, dass alle Waren beim Durchzug in Neumarkt abgeladen und verzollt werden mussten und dass sie nur durch lokale Transporteure nach Bozen oder Trient weiterbefördert werden durften. Neumarkt blieb bis zum 16. Jahrhundert der bedeutendste Flusshafen der Region, hier wurde nämlich sämtliches Holz aus dem Fleimstal zu großen Flößen gebunden, um nach Süden verfrachtet zu werden. Am Ausgang des 18. Jahrhunderts begann Neumarkt aufgrund des Niederganges des Flusshandels und der Abschaffung des Niederlegs-Privilegs und der Zollrechte an Bedeutung als Verteiler- und Durchfahrtszentrum der Waren zu verlieren. In den darauf folgenden Jahrzehnten verstärkten schließlich der Bau der Eisenbahn Verona-Bozen und der Bau der Fleimstaler Straße, die Auer mit San Lugano verbindet, diese Entwicklung.
Seine Geschichte und die geografische Position, 25 km von Bozen und 34 km von Trient haben dazu geführt, dass Neumarkt verwaltungsmäßig und kulturell der Hauptort der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland ist.